120 Jahre Geschichte – Tradition im Wandel
Zwei Weltkriege, zwei politische Diktaturen mit Verbotszeiten und tiefgreifende gesellschaftliche Umbrüche – und mittendrin eine Gemeinschaft, die sich nie hat verbiegen lassen.
Seit 1906 steht die K.T.St.V. Alemannia Innsbruck für Werte, die Zeiten überdauern. Unsere Geschichte erzählt vom Mut junger Gründer, vom standhaften Einstehen für Prinzipien in dunklen Kapiteln der Geschichte und vom stetigen Wiederaufbau.
Auf unseren Traditionen zu bauen heißt für uns jedoch nicht, stehenzubleiben: Wir verstehen Geschichte als Fundament, um aktiv mit der Zeit zu gehen – als verlässlicher Anker und moderner Wegbegleiter für junge Menschen im Studium und Schülerleben von heute.
1906: Der Anfang & die Gründung
Wir schreiben den Juni 1906. Die Stimmung in Innsbruck war aufgeheizt. In der Politik, an den Schulen und in den Medien gaben die sogenannten „Deutschnationalen“ und „Freiheitlichen“ den Ton an. Für sie war der katholische Glaube veraltet und lächerlich. Katholische Studenten wurden verspottet und oft sogar verprügelt, ohne dass die Polizei eingriff. Die Gegner schwärmten lieber für germanische Götter wie Wotan als für christliche Werte.
Druck erzeugt Gegendruck
Die katholische Jugend wollte sich das nicht länger gefallen lassen. Man brauchte einen eigenen Schutzraum und eine Gemeinschaft. Unterstützt von der Kirche, Politikern und den bereits bestehenden Verbindungen Teutonia und Cimbria fassten sieben mutige Schüler der Lehrerbildungsanstalt einen Entschluss.
Die Glorreichen Sieben
Am 6. Juni 1906 gründeten diese sieben Burschen unsere Verbindung:
- Max Geißler, Josef Hörhager, Hermann Fiedler,
- Matthias Rinderer (der erste Senior), Heinrich Rinderer,
- Heinrich Kotz und Hans Zellner.
Warum „Alemannia“?
Da die meisten der Gründer aus Vorarlberg stammten (wo man alemannisch spricht), wählten sie den Namen Alemannia. Ihre Farben: Grün-Weiß-Rot. Ihr Wahlspruch: „In Stürmen fest“ – ein klares Signal, dass man sich vom Gegenwind nicht umwerfen lässt.
Schon einen Monat später, am 7. Juli 1906, feierte man die große Eröffnung (den Publikationskommers) im Gasthof „Krone“ in Wilten. Es war ein wichtiges Zeichen: Viele prominente Politiker und Geistliche kamen, um den jungen Gründern den Rücken zu stärken.

die Gründungsrede
Senior Matthias Rinderer führte u. a. wörtlich aus:
»Hohe Corona!
Schon seit längerer Zeit ward uns Gelegenheit gegeben, wahrzunehmen, daß auch an unserer Mittelschule, dem k. k. Pädagogium, die nationale Strömung sich breit zumachen versuchte. Doch legten wir am Anfang dem Ganzen wenig Bedeutung bei, da es nicht den Anschein hatte, als ob dieser verderbliche Geist wirklich so hinreichend Nahrung fände. Leider mußten wir uns in jüngster Zeit vom Gegenteil überzeugen, und mit Kenntnis der Gefahr für die katholische Sache reifte in uns der Entschluß, so wenige wir auch waren, zusammenzutreten, um unter dem kräftigen Wahlspruch ,In Stürmen fest‘ unsere neue Studentenverbindung ,Alemannia‘ ins Leben zu rufen. Wir sind uns klar bewußt, daß es sich hiebei nicht um Vergnügen und Spielerei handelt, sondern, daß wir ernsten Angelegenheiten gegenüberstehen und so manchen hartnäckigen Strauß werden auszufechten haben für unsere höchsten Ideale: Katholische Gesinnung und echten Patriotismus. Trotzdem wird man bei uns nicht ermangeln, studentische Fröhlichkeit, gesunden Witz und Gemütlichkeit großzuziehen. Es mag vielleicht überraschen, wenn wir angehende Lehrer, die ja kaum eine Hochschule besuchen werden, eine Verbindung gründen. Doch ist zu bedenken, daß der Lehrer ein sehr großes, vielleicht das größte Arbeitsfeld vor sich hat. Sagt doch ein allgemein bekanntes Wort: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft. … «
Der 25. Geburtstag: Jetzt sehen wir aus wie Profis (1930)
Das große Upgrade Zum 25. Jubiläum (13.–15. Juni 1930) wollte die Alemannia zeigen, was sie hat. Unter dem berühmten Senior Karl Kluckner (v/o Pips) trat die Führungsmannschaft (Chargen) zum allerersten Mal im „Vollwichs“ auf – also in der prächtigen Uniform mit Prunkschläger, die wir heute kennen. Vorher hatte man diese teure Ausstattung einfach nicht.
- In der Kaiserjägerkapelle wurde eine neue Standarte (eine kleine Reiterfahne in Blau-Weiß-Rot) geweiht.
- Vor dem Andreas-Hofer-Denkmal hielt Chorherr Plattner eine feurige Rede.
- Zum Abschluss sangen alle das „Südtiroler Trutzlied“ – ein klares politisches Statement, da Südtirol damals von Italien unterdrückt wurde.
Die Shopping-Liste Damit dieses Fest überhaupt so glänzen konnte, wurde im Vorfeld massiv investiert. Dank Spendern (wie AH Grissemann und der Fahnenpatin Imma Pobitzer) wurden angeschafft:
- Die neue Standarte & das Wappenschild.
- Die ersten Vollwichsen (Uniformen).
- Ein Horn, 30 Bierkrüge und neue Liederbücher („Kantusprügel“).

Großes Kino am Bergisel Die Feier war extrem patriotisch. Man traf sich am Bergisel, dem Tiroler Schicksalsberg.

Der Ausflug Nach dem offiziellen Teil ging es ganz entspannt mit dem Bus zum Feiern nach Schwaz.
Gründung Herulia & der Zusammenschluss
Die Gründung der Herulia (8. Jänner 1907)
Warum eine neue Verbindung? Kurz nach der Gründung der Alemannia gab es internen Gesprächsbedarf. Die Alemannia war damals fest in der Hand der Vorarlberger („Alemannen“). Peter Weindl, ein Mitglied aus dem Tiroler Unterinntal, fühlte sich dort als Tiroler nicht richtig beheimatet.
Die Abspaltung Also tat er das, was engagierte Studenten tun: Er gründete seine eigene Verbindung. Zusammen mit seinem Bruder Hans und zwei Freunden (Peter Löcker und Peter Scheider) rief er am 8. Jänner 1907 die Herulia ins Leben.
Der Name: Ein Statement Der Name war kein Zufall, sondern eine Antwort auf die Alemannia.
- Alemannia bezog sich auf die Alemannen (Vorarlberg/Westen).
- Herulia bezog sich auf den germanischen Stamm der Heruler und ihren König Odoaker. Dieser Stamm zog historisch durch Österreich Richtung Italien – das passte besser zu den Unterinntalern als die „West-Verbindung“.
Farben & Motto
Als Farben wählten sie Grün-Rot-Gold
und als Wahlspruch: „Einigkeit macht stark!“
Leben im Untergrund Jetzt gab es zwei katholische Verbindungen an der Lehrerbildungsanstalt.
Das Problem: Beide waren offiziell verboten. Sie mussten sich vor der Direktion verstecken und im Geheimen treffen. Doch ihr Ziel hatten sie erreicht: Die alleinige Herrschaft der kirchenfeindlichen Gruppen an der Schule war gebrochen.
Die Fahnenweihe der Herulia (1935): Ganz oben angekommen
Crowdfunding durch die Elite Im Mai 1935 bekam unsere Fusionsverbindung Herulia ihre neue Fahne. Und wer hat sie bezahlt? Nicht irgendwer, sondern die mächtigsten Männer Österreichs. Zu den Spendern gehörten:
- Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (der Regierungschef höchstpersönlich!),
- Fürst Starhemberg (Vizekanzler),
- sowie Landeshauptmänner aus Tirol und Vorarlberg.
Das zeigt: Die Herulia war damals keine kleine Schülergruppe, sondern gesellschaftlich extrem wichtig und anerkannt.
Ein Event der Extraklasse Das Festprogramm am 5. Mai 1935 war dementsprechend groß aufgezogen:
- Zuerst der festliche Kommers (Feier).
- Dann die heilige Messe mit der Fahnenweihe.
- Eine Ehrung am Kriegerdenkmal.
- Und als Highlight für die jungen Burschen: Ein „Autobummel“ nach Seefeld. (Das klingt heute harmlos, aber 1935 waren Autos absoluter Luxus – eine Kolonne privater Autos war eine Sensation!)
Die Patin Eine besondere Ehre wurde Frl. Dora Jaist zuteil, die als Fahnenpatin fungierte. Den Ehrenschutz übernahm Landesrat Gamper.

Zusammenschluß Alemannia und Herulia
Die große Fusion 1937: Aus zwei mach eins
Das Problem: In den 1930er Jahren wurde die Luft dünn. Es gab immer weniger Schüler, und die wenigen wurden von den großen politischen Jugendorganisationen (wie dem „Jungvolk“ oder den „Sturmscharen“) abgeworben. Für drei verschiedene Verbindungen an einer Schule gab es einfach nicht mehr genug Nachwuchs („der Keilboden war zu eng“).
Die Lösung: Jahrelang hatte man darüber diskutiert, aber jeder war zu stur. Doch 1937 gab es keine Wahl mehr: Alemannia und Herulia, die ohnehin befreundet waren, mussten fusionieren, um zu überleben.
Der Deal (Best of both worlds): Damit sich beide Seiten wiederfinden, schloss man am 5. Juni 1937 einen fairen Kompromiss:
- Der Name: Man behielt den Namen Alemannia.
- Die Optik & Werte: Man übernahm die Farben (Grün-Rot-Gold) und den Wahlspruch („Einigkeit macht stark!“) der Herulia.
- Die Führung: Der Chef der Altherrenschaft (Philistersenior) kam von der Herulia, die Schriftführung von der Alemannia.
Das Ergebnis: Der Plan ging auf. Plötzlich stand da eine mächtige Verbindung mit über 20 Aktiven (Schülern) und 200 Alten Herren.
1938 – 1945: Verbotszeit & Widerstand
1938 – 1945: Untergrund und Widerstand
Der Tag, an dem alles verboten wurde Am 11. März 1938 marschierten Hitlers Truppen ein. Die Nazis übernahmen sofort die Macht und verboten alle unabhängigen Vereine – auch uns. Die SA stürmte unser Stammlokal „Rößl in der Au“, warf unsere Schilder, Mützen und alles Brennbare auf die Straße und zündete es an. Ein Freudenfeuer aus Hass gegen katholische Verbindungen.
Die Rettungsaktion des Benjamin Flöß Während die Nazis draußen feierten, bewies ein junger Aktiver unglaublichen Mut: Benjamin Flöß. Er schlich sich mit einem Fahrrad und einem Handwagen an der SA vorbei zur Bude. Unbemerkt lud er unsere Fahne, die Uniformen (Wichsen) und wichtiges Equipment auf und versteckte alles in seiner Privatwohnung. Dank ihm besitzen wir diese Dinge heute noch!
Leben im Verborgenen Offiziell gab es uns nicht mehr. Aber heimlich trafen wir uns weiter – getarnt als harmlose „Klassengemeinschaftsfeiern“ oder Nikolo-Kränzchen. Wir ließen uns nicht gleichschalten.
Der hohe Preis des Krieges Mit Kriegsbeginn 1939 wurde es still. Viele unserer Mitglieder mussten in den Krieg ziehen. 29 unserer Bundesbrüder kamen nie wieder zurück.
Katholische Couleurstudentinnen und Couleurstudenten
in Widerstand und Verfolgung!

Im Kampf gegen den Nationalsozialismus
1938 – 1945
Das Schicksal von Hans Vogl Besonders tragisch ist der Tod unseres Alten Herrn Hans Vogl v/o Schnüffl. Er leistete Widerstand gegen das Regime. Dafür wurde er 1944 in München-Stadelheim (nahe Dachau) von den Nazis enthauptet. Er starb für seine Überzeugung und hinterließ Frau und Kinder.
anm. Wir tragen unsere Farben auch im Gedenken an Leute wie Hans Vogl, der für seine Werte gestorben ist. Das unterscheidet uns von einem normalen Party-Club.
Wiederaufbau & Das goldene Jubiläum
Wieder frei! Der Neustart (1945/46)

Das erste Semesterprogramm nach dem Krieg symbolisiert das Ende der braunen Tyrannei. Die Alemannia stand sofort wieder für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte ein.
Sofort zurück am Start Der Zweite Weltkrieg war kaum vorbei, da regte sich schon wieder Leben. Wir wollten keine Zeit verlieren. Bereits im September 1945 trafen sich die Alten Herren zum ersten Mal wieder offiziell.
Die Motoren des Wiederaufbaus Es war eine Handvoll engagierter Alter Herren (AH), die den Karren zogen: Kluckner, Egg, Hackl, Unterwurzacher und Costisella. Sie wollten die Alemannia unbedingt wiederbeleben.
Wie findet man neue Mitglieder? Die Alten Herren hatten einen Plan: AH Egg schickte einfach seinen Sohn Franz an die Schule (damals noch „Lehrerbildungsanstalt“). Franz hatte den Auftrag, neue Mitschüler für die Verbindung zu begeistern – oder wie wir sagen: zu „keilen“. Der Plan ging auf: Eine neue Generation wuchs heran.
Das große Fest nach der „Langen Nacht“ Im Juni 1946 war es dann so weit: Die Alemannia feierte ihr 40. Stiftungsfest. Es war ein emotionales Fest. Nach der „langen Nacht“ der Nazi-Diktatur und des Krieges durften wir endlich wieder Farben tragen und feiern. Philistersenior Hackl hielt dabei eine Rede, die niemand vergaß.
Begriff „Lange Nacht“: Das ist eine sehr poetische Umschreibung für die Nazi-Zeit (1938-1945). Diese dunkle Zeit wurde damals so genannt – als Kontrast zum „neuen Tag“ der Freiheit.
Totendenkmal am Tummelplatz
Ein Kreuz für unsere Toten (1954)
Die Idee und das Geldproblem Wie viele andere Verbindungen wollten auch wir am Tummelplatz (dem berühmten Kriegerfriedhof in Innsbruck) ein Gedenkkreuz für unsere gefallenen Bundesbrüder aufstellen. Der Plan war fertig, aber wie so oft: Die Kasse war leer.
Die Rettung durch Wein Die Lösung war kreativ: Unser Alter Herr Andre, der eine Bäckerei und ein Lebensmittelgeschäft besaß, hatte eine große Menge Wein aus Südtirol gespendet bekommen. Er verkaufte den Wein und steckte den kompletten Erlös in das Projekt. Mit diesem Startkapital rief unser Vorsitzender Dr. cer. Laurin zu einer großen Spendenaktion auf – und die Alten Herren legten großzügig nach.
Schlicht und ergreifend Das Kreuz wurde nach einem Entwurf von AH Schäfer vom Bildhauer Seeber geschmiedet. Man entschied sich bewusst gegen Kitsch: Ein mächtiges, schwarzes Eisenkreuz, ganz ohne Schnörkel. Auf dem Granitsockel steht nur: „Alemannia ihren Toten“.
Die Gänsehaut-Einweihung Am 4. Juli 1954 (beim 48. Stiftungsfest) war es soweit. Unter den Bäumen des Tummelplatzes versammelten sich Alemannen, andere Verbindungen und Veteranenvereine mit ihren Fahnen. Besonders war der Pfarrer: Pfarrer Plattner (mit dem passenden Biernamen v/o Suff) weihte das Kreuz. Als am Ende das Hornsignal zum Abschied („Retraite“) durch den Wald hallte, hatte wohl jeder Anwesende einen Kloß im Hals.
Das Goldene Jubiläum: 50 Jahre Alemannia (1956)
Ein Fest der Superlative Im Sommer 1956 ließ es die Alemannia richtig krachen. 35 Aktive und ein starkes Team von Alten Herren stellten ein Fest auf die Beine, das Innsbruck so schnell nicht vergaß.
Das „Who is Who“ der Politik Der Festsaal im Großgasthof „Breinößl“ war bummvoll: Über 250 Gäste! Und die Gästeliste las sich wie das Telefonbuch der Macht:
- Glückwunschbriefe kamen von Außenminister Leopold Figl (der den Staatsvertrag unterschrieben hat!) und Unterrichtsminister Drimmel.
- Im Saal saßen Landesräte, Professoren und die Gründer der Alemannia und Herulia.
Solidarität mit Südtirol Ein emotionaler Moment: Die Alemannia zeigte Größe und nahm die Alten Herren der Verbindung „Waltharia Meran“ feierlich in ihre Reihen auf, da diese in Südtirol damals schwer unter Druck standen.
Das große Spektakel am Sonntag Am nächsten Tag gab es einen riesigen Festzug durch die Stadt zur Kirche Mariahilf:
- Vorneweg die Mühlauer Musikkapelle.
- Angehführt wurde der Zug von Romuald Niescher (damals Studentensprecher des ganzen Landes, später der legendäre Bürgermeister von Innsbruck).
- Ein Highlight: Unsere Fahnenpatin Frau Kluckner fuhr wie eine Königin in einer Kutsche, begleitet von zwei Ehrenmädchen.
High-Tech 1956 AH Schäfer hielt das Ganze für die Ewigkeit fest: Er filmte den Umzug auf Farbfilm (damals extrem teuer und selten!) und nahm den Kommers sogar auf Tonband auf.

Unsere Heime: Von der Bürgerstraße in die Siebererstraße
Das Projekt Bürgerstraße (1963)
Ein Heim gegen Stimmen: Das Projekt Bürgerstraße (1963)
Das Problem: Anfang der 60er Jahre hatte die Alemannia zwar viele singbegeisterte junge Mitglieder, aber kein eigenes Heim („Bude“). Der berühmte Gesangsverein „Innsbrucker Liedertafel“ hatte genau das gegenteilige Problem: Sie hatten ein schönes Haus in der Bürgerstraße mit großem Innenhof, aber ihnen fehlte der Sängernachwuchs.
Der Win-Win-Deal: Unser Alter Herr Ernst Grissemann (v/o Thasso) fädelte einen genialen Tauschhandel ein:
- Die Alemannia tritt geschlossen der Liedertafel bei und singt bei Konzerten mit (Nachschub für den Chor).
- Im Gegenzug dürfen wir in deren Innenhof unser eigenes Heim bauen.
Schweiß statt Ferien: Im Juni 1963 ging es los. Statt im Schwimmbad zu liegen, schufteten Aktive und Alte Herren den ganzen heißen Sommer lang auf der Baustelle.
- Einsatz: Die Aktiven leisteten 552 Arbeitsstunden, die Alten Herren 451.
Das Ergebnis: Pünktlich zum Nikolaus-Tag („Firstfeier“) stand der Rohbau. Dank Spenden (u.a. von Swarovski, der Stadt und dem Land) konnte das Heim für insgesamt 200.000 Schilling fertiggestellt und eingerichtet werden. Ein gemütlicher Raum (35 m²) mitten in der Stadt, der uns gehörte – bezahlt mit Schweiß und Gesang.
Endlich zuhause! Die Einweihung (1964)
Die Party steigt Am 2. Mai 1964 war es endlich soweit: Nach monatelanger Schufterei wurde unser neues Heim offiziell eröffnet. Das Ganze fand während des 58. Stiftungsfestes statt.
Segen und Dank Zuerst segnete Monsignore Dr. Heinz Huber die neuen Räume. Dann trat unser „Bauherr“ und Finanzchef Dr. cer. Pips ans Rednerpult. In seiner Rede dankte er allen, die gespendet oder geschwitzt hatten.
Ehre, wem Ehre gebührt Besondere Leistungen wurden sofort belohnt:
- Die Brüder Pobitzer (die Architekten) bekamen als Dankeschön das Band der Alemannia verliehen.
- Auch Dr. Elena, der Vorstand der „Liedertafel“ (unser Vermieter/Partner), bekam das Band. Damit wurden sie offiziell in unsere Gemeinschaft aufgenommen.
Ein echter Meilenstein Mit dieser Eröffnung waren wir ganz vorne mit dabei: Die Alemannia war (nach der Ambronia) die zweite Verbindung im ganzen TMV, die ein eigenes Heim besaß. Darauf waren wir mächtig stolz.
Das neue Heim in der Siebererstrasse
Vom Sing-Zwang zum eigenen Keller: Der Umzug in die Siebererstraße (1979/80)
Warum weg aus der Bürgerstraße? In den 70ern kriselte es im alten Heim. Der Deal mit der „Liedertafel“ funktionierte nicht mehr: Die jungen Alemannen hatten keine Lust (oder Zeit), verpflichtend im Chor mitzusingen. Dazu kamen Lärmbeschwerden der Nachbarn. Ein Blick in den Vertrag zeigte: Spätestens 1994 wäre der Mietvertrag ausgelaufen und wir wären ohne Heim und ohne Geld dagestanden.
Die Entscheidung: Das Altherren-Kabinett (rund um Philistersenior Treml) zog die Reißleine: Lieber jetzt den Vertrag auflösen, das investierte Geld zurückholen und etwas Neues suchen.
Vitamin B regelt alles Aber wohin? AH Franz Wurnig (v/o Dr. Bussi) hatte die zündende Idee. Als Direktor der Sonderschule in der Siebererstraße wusste er, dass im Keller der Schule Räume leer standen – städtisches Eigentum, perfekte Lage, perfekte Größe. Jetzt kamen die Verbindungen ins Spiel: Unser Bundesbruder Romuald Niescher (v/o Xerxes) – ein einflussreicher Politiker – half uns, den Mietvertrag mit der Stadt Innsbruck zu bekommen.
Schutt, Schweiß und Einweihung Im Mai 1979 gaben wir das alte Heim auf. Der neue Vertrag mit der Stadt stand, und wir bekamen sogar noch Geld von der Liedertafel zurück. Dann hieß es schuften: Aus einer „vermoderten Rumpelkammer“ machten die Aktiven (unter den Senioren Alexander, Mordillo und Flöte) in unzähligen Schichten ein gemütliches Heim. Die Stadt übernahm die groben Arbeiten.
Das Happy End (1980) Am 7. Juni 1980 (beim 74. Stiftungsfest) wurde das neue Heim in der Siebererstraße eingeweiht. Das Beste daran: Weil so viele spendeten und selbst mit anpackten, mussten wir das Geld aus der Liedertafel-Auflösung gar nicht antasten. Wir hatten plötzlich ein nagelneues Heim und ein volles Bankkonto.
100 Jahre Alemannia & Die neue Fahne (Moderne Geschichte)
Das Jahrhundert-Event: 100 Jahre Alemannia (2006)
2006 haben wir die 100 voll gemacht. Das Centenarfest war keine normale Party, sondern ein Marathon aus Highlights, der zeigte, wie stark die Alemannia in Tirol verwurzelt ist.
Der Auftakt: Prominenz pur Schon im Dezember 2005 ging es los. Beim Weihnachtskommers holten wir uns geistliche Verstärkung: Bischof Manfred Scheuer nahm unser Band an und wurde Alemannen-Mitglied.
Wir zeigen Geschichte Im Frühling 2006 präsentierten wir uns im Altstadtrathaus. Eine Ausstellung zeigte unsere Schätze aus 100 Jahren. Sogar die legendäre Bürgermeisterin Hilde Zach kam vorbei und staunte, was wir alles überlebt und mitgestaltet haben.
Der Höhepunkt im Kongress Im Mai 2006 folgte das Main-Event. Stadt und Land luden uns erst auf die schicke Weiherburg ein – eine enorme Wertschätzung! Dann der Festkommers im Congress Innsbruck: Der Saal war voll, die Stimmung riesig. Das Highlight: Landeshauptmann Herwig van Staa bekam unser Band verliehen. Die Laudatio (Lobrede) hielt kein Geringerer als der extrem beliebte Altbischof Reinhold Stecher.
Der spirituelle Ausklang Am nächsten Tag ging es nach Schwaz. Pater Felix Gradl gestaltete eine sehr persönliche Messe, danach lud uns der Schwazer Bürgermeister ins Rathaus ein.
Der echte Geburtstag Am 06.06.06 (unserem genauen Gründungstag) feierten wir dann ganz intern auf der Bude. Mit einem feierlichen Landesvater (einer speziellen Zeremonie) schworen wir uns auf die nächsten 100 Jahre ein.
2012: Eine neue Fahne für die Zukunft
Warum eine Neue? Unsere alte Fahne hatte viel durchgemacht: Sie wurde vor den Nazis versteckt und bei hunderten Festen getragen. 2011 war sie am Ende: Der Stoff riss ein, die Halterungen waren kaputt. Eine weitere Nutzung hätte dieses historische Stück mit dem einzigartigen Tiroler Adler (den nur wir so führen!) komplett zerstört. Also beschloss die Generalversammlung (GAHC) 2011: Wir brauchen eine neue Fahne.
Teuer, aber machbar Eine handgestickte Fahne aus Österreich kostet ein Vermögen. Dank unseres damaligen Kassiers Blondl und vielen großzügigen Spendern haben wir das Geld aber zusammenbekommen.
Spenderliste
| N° | Name | Verbindung |
|---|---|---|
| 1 | OAR i.R. RegR Edmund Mauracher | TTI, AMI, ALI, CII |
| 2 | Mag. Sieghard Schäfer | ALI |
| 3 | Annemarie Schipflinger | — |
| 4 | Veronika Karnthaler | — |
| 5 | Dr. Benedikt Treml | ALI |
| 6 | Dr. Roland Pollo | ALI |
| 7 | HSOL Mjr Johannes Lindig | ALI |
| 8 | BSI i.R. RegR Ferdinand Treml | ALI |
| 9 | OSR HSDir. i.R. Helmut Schäfer | ALI |
| 10 | Dr. Wilhelm Hofer | ALI |
| 11 | Dr. Walter Kerle | ALI |
| 12 | Bischof Exzellenz Mag.theol. Dr.h.c. Reinhold Stecher | ALI |
| 13 | Josef Berger | ALI |
| 14 | HSOL SR Edwin Müller | ALI |
| 15 | Mag. Marcus Autherith | ALI |
| 16 | Eduard Bertolin | ALI |
| 17 | Prof. OStR Mag. Rainer Gaugg | ALI |
| 18 | Mag. Philipp Kofler | ALI |
| 19 | Dr. Wilhelm Margreiter | ALI |
| 20 | LH Günther Platter | AMI |
| 21 | Exzellenz Diöz.Bischof Dr.theol. Manfred Scheuer | ALI |
| 22 | RegR BSI i.R. Hans Schipflinger | ALI |
| 23 | Gunda Stanarevic | ISI |
| 24 | Michael Stanarevic | ALI |
| 25 | Stefan Stumvoll | ALI |
| 26 | Martin Zangerl | ALI |
| 27 | OSR i.R. SSDir. Helmut Zangerl | ALI |
| 28 | Jörg Zimmermann | ALI |
| 29 | SenPräs. Dr.iur. Walter Krabichler | ALI |
| 30 | Martin Herzner | TTI |
| 31 | Dipl.-Ing. (FH) Günter Laber | ALI |
| 32 | OSR HSDir. i.R. Gottfried Trenkwalder | ALI |
| 33 | OSR i.R. PTSDir. Franz Wurnig | ALI |
| 34 | BerSDir. i.R. OSR Joseph Eberwein | ALI |
| 35 | Bgm. a.D. Romuald Niescher sen. | ALI |
| 36 | OSR VSDir. Klaus Trenkwalder | ALI |
| 37 | Hans Heiss | ALI |
| 38 | Dr. Jordan Adalbert | ALI |
| 39 | OSR i.R. VSDir. Rudolf Wöss | ALI |
| 40 | MdEP KommR Ing. Dr.rer.soc.oec Paul Rübig | FRL |
Die große Weihe am Bergisel Am 20. Oktober 2012 war es soweit. Am historischen Bergisel (Kaiserjägermuseum) wurde die neue Fahne geweiht.

- Prominenz: Neben Spitzenvertretern des Verbandes war auch Landtagspräsident DDr. Herwig Van Staa (v/o Perkeo) dabei.
- Good Vibes: Nach der Weihe und dem Sekt gab es ein Buffet. Coole Geste: Was übrig blieb, wurde sofort der Obdachlosenhilfe (städtische Herberge) gespendet.
Die Party danach (Kommers) Senior „Stinson“ leitete den Festkommers im Urichhaus souverän.
- Highlights: Dr. Roland Pollo (v/o Pepone) wurde zum Ehrenaltherren ernannt (eine extrem hohe Auszeichnung) und stiftete dafür ein Kreuz für unser Grab am Tummelplatz.
- Gäste: Sogar aus Wien reiste die Verbindung Rhaetia an – weil sie genau wie wir die Farben Grün-Rot-Gold trägt.
